Die Kulturinitiative
Filou e.V.
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Belächelt
wurden sie; Die, die da herkamen, zum ersten Mal außerhalb der Schule
ein Theaterstück einstudierten und auf der fieberhaften Suche nach einem
Veranstaltungsraum waren, hatten sie sich doch mit ihrem Fund hoffnungslos
übernommen. Schüler waren sie und der eine oder andere Auszubildender,
und naiv genug waren sie, zu glauben, dass sie mit viel Idealismus und
wenig Geld den gefundenen Veranstaltungsraum zu ihrem Vorstellungsraum
machen könnten. Stand doch ein richtiges Theater direkt vor der Hautür,
am Lippweg in Beckum, verkommen, größtenteils ungenutzt, aber mit dem
klangvollen Namen "Stadttheater" auf der Fassade. Seinen Namen
hatte es mal alle Ehre gemacht in seiner wechselvollen Geschichte, war
Aushängeschild der ganzen Stadt gewesen. Mit der Zeit verwahrloste das
Haus wurde zur Gerümpelkammer degradiert, man konnte meinen hoffnungslos.
Im
Frühjahr 1983 trafen sie dann aufeinander: das renovierungsbedürftige
Haus und die idealistischen Schüler. Ein Streifzug durch ein faszinierendes
Haus und eine unüberschaubare Renovierung began: Fensterscheiben wurden
eingesetzt, Wände verputzt, tapeziert und gestrichen, containerweise
Gerümpel und Schutt Richtung Deponie geschickt, Sitze montiert, die
elektrischen Anlagen in Betrieb gesetzt, die Bühneninstallation erneuert...
Wochenlang haben zum Teil mehr als 20 Jugendliche gleichzeitig nach
Schule und Arbeit Am
Das
Kind musste einen Namen haben: "Kulturinitiative Filou" wurde
es genannt und als solches im Februar 1984 um das bedeutende Kürzel
"e.V." (eingetragener Verein) erweitert. Zuschüsse kamen von
der Stadt und Banken, Sachspenden von Firmen und Geschäften. Mit
der Initiative wuchs auch das Programm. Heute kann Filou auf eine unzählige
Anzahl von Eigenproduktionen und Gastspielveranstaltungen zurückblicken.
Im Jahre 1989 wurde die Initiative Hauptmieter des Theaters. Der Kleine
Saal konnte somit auch genutzt werden, und eine zweite Bühne stand zur
Verfügung. Im gleichen Jahr wurde das Theater mit Mitteln vom Land NRW,
der Stadt Beckum und den Bürgern der Stadt renoviert. Dringend erforderliche
sicherheitstechnische Anlagen wurden erneuert, das Foyer in seinen alten
Zustand zurück versetzt. Eine
zweite Renovierungsphase erlebte das Haus 1998, diesmal wurde ausschließlich
der große Saal renoviert. Es gab einen neuen Anstrich und eine neue
Bestuhlung wurde eingebaut. Möglich machte dies ein Kooperationsvertrag
mit der Stadt Beckum, die seitdem ebenfalls das Theater für ihre Veranstaltung
nutzt. Das
Produzieren und Spielen von Theaterstücken ist bis heute das Aushängeschild
von Filou. Mit der Zeit kamen andere Interessen hinzu, damit der Nachwuchs
auch eine Chance hat und die Initiative weiterleben kann. Seit 1992
bietet die Kulturinitiative Filou e.V. ein Bildungsangebot für Kinder
und Jugendliche an. In den Sparten Tanz, Musik, Zirkus und Theater werden
die jungen Menschen unterrichtet. Ständig steigende Schülerzahlen führten
dazu, dass ein Proberaum angemietet werden musste, denn die Kapazität
der Räume im Theater ist mittlerweile erschöpft. Was
anfangs niemand glaubte, ist Realität geworden: aus dem "zum Scheitern
verurteilten Größenwahn" ist ein anerkanntes Projekt geworden.
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Bilder aus 20 Jahre Kulturinitiative Filou e.V.